{"id":1758,"date":"2013-09-02T20:17:54","date_gmt":"2013-09-02T18:17:54","guid":{"rendered":"http:\/\/www.cape2cape.cc\/?p=1758"},"modified":"2013-09-10T09:18:07","modified_gmt":"2013-09-10T07:18:07","slug":"55-tag-30-08-2013-von-halali-nach-swakopmund-namibia","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.cape2cape.cc\/?p=1758","title":{"rendered":"55. Tag, 30.08.2013; Von Halali nach Swakopmund\/ Namibia"},"content":{"rendered":"<p>55.\u00a0Tag, Freitag, 30.08.2013; Von Halali nach Swakopmund\/ Namibia<br \/>\nTemperatur: 4 \u2013 20 \u00b0C,<br \/>\nTagesstrecke: 586 km, Gesamtstrecke: 19.125 km, max. Geschwindigkeit: 112 km\/h<br \/>\nBPI: 2,10<\/p>\n<p><strong>\u201eDas erste Mal am Meer\u201c<\/strong><\/p>\n<p>5.30 Uhr wecken im Camp Halali! Wir wollen den Etoscha Nationalpark Richtung Swakopmund verlassen. Eine Strecke von ~550 km liegt vor uns. Nach einem kleinen Fr\u00fchst\u00fcck starten wir 6.30 Uhr auf der Gravelroad des ehemals 80.000 km\u00b2 gro\u00dfen Nationalparks. Wir steuern noch ein Wasserloch an, um uns von den Zebras, Giraffen und Antilopen zu verabschieden. Dann ein letzter Halt mit Blick auf den riesigen Salztiegel der Ethoschapfanne und schon sind wir drau\u00dfen aus dem, auf ~23.000 km\u00b2 geschrumpften, Nationalpark. Kurz vor dem Ausgang f\u00fchrt ein verwirrtes Stachelschwein mitten auf der Stra\u00dfe noch einen Abschiedstanz auf. Das nachtaktive Tier hat anscheinend die F\u00e4hrte zu seiner H\u00f6hle verloren und mu\u00df nun mit seinem beschr\u00e4nkten Sehverm\u00f6gen irgendwo den Tag \u00fcberstehen, ohne vom L\u00f6wen gefressen zu werden. Vor uns besteht keine Gefahr, da wir nur Kilometer fressen m\u00fcssen.<br \/>\n<a title=\"P1030475 von regen.cape bei Flickr\" href=\"http:\/\/www.flickr.com\/photos\/97717889@N02\/9671735185\/\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" alt=\"P1030475\" src=\"http:\/\/farm8.staticflickr.com\/7445\/9671735185_a2a2791fe0_z.jpg\" width=\"640\" height=\"360\" \/><\/a><br \/>\nUnser Fahrer Nicolas hat einst wie \u201aJohn Maynard\u2018 das Steuer fest in der Hand. Wir tanken in dem wie geleckt erscheinenden \u00d6rtchen Outjo. Die Sauberkeit der Tankstellentoilette l\u00e4dt eigentlich mehr zum Essen als zum Urinieren ein. Der Genuss der Bitumenstra\u00dfe ist schnell vorbei und wir tauchen wieder ein in die Endlosigkeit der Schotterpisten, mit ihrem trommeln der Fahrgestelle und den Kilometerlangen Staubfahnen. Vorbei an Orten (oder eher Siedlungen) wie Kalkfeld, deren Name immer noch seine Bedeutung nicht verloren hat. Bergarbeiterblechh\u00fctten und wei\u00dfer Kalkstein pr\u00e4gen das Ortsbild. Wie eine nicht enden wollende Perlenkette begleiten uns beidseitig der Stra\u00dfe die Weidez\u00e4unen der Namibischen Rancher auf den Weg nach Swakobmund. Die einzigen Grenzg\u00e4nger sind Rudel von Warzenschweinen, auf deren Anwesenheit selbst einige der eher selten anzutreffenden Verkehrsschilder hinweist. Die Gr\u00f6\u00dfe der Anwesen w\u00fcrde jede EU \u2013 F\u00f6rderrichtlinie \u00fcbersteigen. Auf die Anwesen deuten nur die Namensschilder hin, da die Gutsh\u00e4user ~30 km entfernt im Landesinneren liegen.<\/p>\n<p>Abrupt \u00e4ndert sich das Bild, wir fahren hinein in die W\u00fcste Namib. Links eine \u00d6lpipline und rechts die Railway, ansonsten nur Sand, Staub und ein paar Steinh\u00fcgel. Nach einer erm\u00fcdenden Ewigkeit deutet die Tr\u00fcbung des bis dahin strahlend blauen Himmels auf die N\u00e4he des Atlantik hin. Und dann waren wir da, in der Puppenstube Namibias, wo einem die negroiden Mitmenschen auf Deutsch nach der Herkunft und dem Befinden fragen. Da wo es im kleinen L\u00e4dchen an der Stra\u00dfe Fischbr\u00f6tchen mit Bismarckhering gibt und f\u00fcr nicht Fischesser halt Leberwurstbr\u00f6tchen gereicht werden. Bunte \u00a0H\u00e4user mit angedeuteten Fachwerkimitaten s\u00e4umen die im Karree angeordneten Stra\u00dfen. Bevor wir uns den Annehmlichkeiten des Ortes widmen, m\u00fcssen wir uns aber erst unser weiteres Fortkommen organisieren.<\/p>\n<p><a title=\"P1030489 von regen.cape bei Flickr\" href=\"http:\/\/www.flickr.com\/photos\/97717889@N02\/9675217276\/\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" alt=\"P1030489\" src=\"http:\/\/farm3.staticflickr.com\/2881\/9675217276_52258552f8_z.jpg\" width=\"640\" height=\"360\" \/><\/a><\/p>\n<p>Die als fast nicht l\u00f6sbar erscheinende Option, einen gleichwertigen 14 Sitzer Bus, wie der von Nicolas, f\u00fcr die letzte Etappe bis nach Cape Town zu mieten, klappt wie durch ein Wunder schon beim zweiten Anlauf. Nachdem uns \u201aHertz\u2018 nur wie erwartet, \u00a0\u201eCorolla\u2019s\u201c vermieten wollte, betreten wir ein \u00f6rtliches Reiseb\u00fcro wo uns eine nette Dame reiferen Alters in perfekten Hochdeutsch erkl\u00e4rt, dass sie gerade genau so einem Bus an eine chinesische Reisegruppe vermietet h\u00e4tte. Die endg\u00fcltige Zusage soll 15\u00b0\u00b0 Uhr erfolgen. Es ist 14.50 Uhr und auf das chinesischer Gesch\u00e4ftsgebaren ist Verlass! 15.01 Uhr haben wir in deutscher P\u00fcnktlichkeit den Bus mit H\u00e4nger. Die genannten Br\u00f6tchen verspeist, Zelt \u201eRudi\u201c auf dem erstklassigen Camp Site aufgebaut schreiten wir zum Strand des Atlantiks. Er ist riesig und empf\u00e4ngt uns mit einer beeindruckenden Brandung. Drei Kameraden und meine Wenigkeit springen in die 13\u00b0C warmen Fluten und unser Fahrer Nicolas tanzt wie einst das Stachelschwein, jedoch aus purer Freude, am Strand. Er ist zum ersten Male in seinem Leben am Meer. Ein strahlendes, kindliches L\u00e4cheln schm\u00fcckt sein Gesicht. Der Anblick diese Gl\u00fccks ist r\u00fchrend und l\u00e4\u00dft uns, wie so oft auf unseren Reisen, innehalten. Da ist es wieder da, dass Gef\u00fchl, wie leichtfertig und vergesslich wir so oft in unserem Leben mit unserem Gl\u00fcck umgehen, auf der Sonnenseite der L\u00e4nder dieser Welt geboren zu sein! So sensibilisiert genie\u00dfen (\u201a\u2026\u2018) wir den Sonnenuntergang und die Austern in der Strandbar. \u00a0Zum Abendessen gehen wir mit Niclas in K\u00fccki\u2019s Pub. Hier serviert uns der Inhaber Walter das erste Wei\u00dfbier seit Haifa\/ Israel und f\u00fcr Niclas ist es das erste in seinem Leben. Seine Augen werden dabei immer strahlender.<br \/>\n<a title=\"P1030504 von regen.cape bei Flickr\" href=\"http:\/\/www.flickr.com\/photos\/97717889@N02\/9672043837\/\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" alt=\"P1030504\" src=\"http:\/\/farm8.staticflickr.com\/7290\/9672043837_f6f8cef4cc_z.jpg\" width=\"640\" height=\"360\" \/><\/a><br \/>\nAnschlie\u00dfend runden wir diesen erlebnisreichen Tag f\u00fcr ihn noch mit einer Grillhaxe auf Sauerkraut mit Kartoffelstampf ab. Das Euro Supercupfinale zwischen dem FC Bayern und Chelsea l\u00e4uft im Hintergrund und endet nach Verl\u00e4ngerung und Elfmeterschie\u00dfen passend zum Abend: Sieg f\u00fcr die Deutschen.<\/p>\n<p>Die \u201eF\u00fcnf\u201c<\/p>\n<p>[map style=&#8220;width: auto; height:400px; margin:20px 0px 20px 0px; border: 1px solid black;&#8220; maptype=&#8220;HYBRID&#8220; gpx=&#8220;https:\/\/www.cape2cape.cc\/wp-content\/uploads\/Move_2013_08_30_06_54_12.gpx&#8220; download=&#8220;no&#8220;]<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>55.\u00a0Tag, Freitag, 30.08.2013; Von Halali nach Swakopmund\/ Namibia Temperatur: 4 \u2013 20 \u00b0C, Tagesstrecke: 586 km, Gesamtstrecke: 19.125 km, max. Geschwindigkeit: 112 km\/h BPI: 2,10 \u201eDas erste Mal am Meer\u201c 5.30 Uhr wecken im Camp Halali! 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